Was sind verzögerte Börsendaten – und wann reichen sie aus? Nicht jeder Anleger benötigt Realtime-Daten; für viele Anwendungen genügen verzögerte Feeds vollkommen.
Hier erfahren Sie die Unterschiede zu Echtzeitdaten, die Vor- und Nachteile beider Varianten und wann sich der Umstieg lohnt.
Verzögerte Datenfeeds liefern Börsenkurse nicht in Echtzeit, sondern mit zeitlichem Versatz. Während professionelle Trader aktuelle Kurse sehen, blicken Nutzer verzögerter Feeds auf bereits vergangene Marktbewegungen. Typische Verzögerungen:
Die meisten Börsen verlangen Lizenzgebühren für die Weitergabe von Realtime-Daten. Um Marktdaten günstiger oder kostenlos anbieten zu können, stellen viele Anbieter verzögerte Daten bereit.
So können Anleger Märkte verfolgen, ohne für eine professionelle Datenversorgung zu bezahlen.
Die tatsächliche Verzögerung hängt vom jeweiligen Börsenplatz ab – je nach Datenanbieter können die Werte leicht abweichen.
| Börse | Übliche Verzögerung |
|---|---|
| Deutsche Börse | 15 Minuten |
| NYSE | 15 Minuten |
| NASDAQ | 15 Minuten |
| Euronext | 15 Minuten |
| Regionalbörsen | 15 bis 20 Minuten |
Der wichtigste Unterschied liegt in der Aktualität.
| Merkmal | Verzögerte Daten | Realtime-Daten |
|---|---|---|
| Aktualität | 1–20 min alt | aktuell |
| Daytrading geeignet | Nein | Ja |
| Marktüberwachung | eingeschränkt | optimal |
| Alarmfunktionen | eingeschränkt | Ja |
| Automatisierung | begrenzt | optimal |
| Kosten | gering | höher |
Viele langfristige Entscheidungen basieren auf Tages-, Wochen- oder Monatscharts – da spielt eine Verzögerung von Minuten oft keine Rolle.
Hier können wenige Sekunden über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
„Entscheidungen basieren auf veralteten Informationen – je kurzfristiger die Strategie, desto stärker der Nachteil."
Für viele Anwendungen sind verzögerte Feeds eine kostengünstige und ausreichende Lösung.
Trendanalysen, Unterstützungen und Widerstände, gleitende Durchschnitte und langfristige Marktbeobachtung. Bei kurzfristigen Setups sinkt die Aussagekraft.
Wichtiger als Sekundenkurse sind Kennzahlen, Geschäftsberichte, Markttrends und Fundamentaldaten.
Hier zählen Datenqualität, Historie und Vollständigkeit – meist auf Basis historischer Daten.
Daytrader benötigen aktuelle Marktinformationen. Schon wenige Minuten Verzögerung führen dazu, dass Signale nicht mehr gültig sind, Ausbrüche verpasst und Stopps falsch gesetzt werden – die Marktstruktur sieht schlicht anders aus.
Viele Anbieter stellen verzögerte Daten kostenlos bereit – es sind keine Realtime-Lizenzen erforderlich, die Kosten sind geringer und das Angebot ist für Einsteiger attraktiv. Qualität und Umfang unterscheiden sich allerdings teils erheblich.
Viele Marktteilnehmer unterschätzen die Auswirkungen der Verzögerung – das führt häufig zu falschen Entscheidungen.
Die richtige Wahl hängt vom Einsatzzweck ab.
Verzögerte Feeds zeigen Börsenkurse mit einem Zeitversatz von typischerweise 15 Minuten. Man sieht also nicht den aktuellen Markt, sondern die Vergangenheit.
Börsen erheben Gebühren für Realtime-Kurse. Verzögerte Daten sind günstiger oder kostenlos und reichen für langfristige Anleger und Marktbeobachtung oft aus.
Für langfristige Investoren, Marktüberblick und Research. Für aktives Trading, Daytrading oder Scalping sind sie dagegen ungeeignet.
Professionelle Software kennzeichnet den Datentyp. Im Zweifel: Wenn der angezeigte Kurs nicht mit einem Echtzeit-Anbieter übereinstimmt, sind die Daten wahrscheinlich verzögert.
Für langfristige Anleger, Ausbildungszwecke und grundlegende Marktanalysen können verzögerte Feeds vollkommen genügen – günstig und einfach zugänglich.
Wer aktiv handelt, Märkte in Echtzeit überwacht oder automatisierte Strategien einsetzt, stößt jedoch schnell an ihre Grenzen. Die Wahl sollte immer vom eigenen Handelsstil abhängen.