Was bringt mir als Privatanleger die Momentum-Strategie und der Momentum-Faktor?

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Beitrag Redaktion
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Strategien für den Handel mit Aktien gibt es viele, aber nicht alle lassen sich von Privatanlegern effektiv anwenden und nutzen. Eine der bekanntesten Strategien stellt die so bezeichnete Momentum-Strategie dar. Diese setzt darauf, in Aktien zu investieren, die eine überdurchschnittlich gute Kursentwicklung aufweisen. Im Fokus stehen dabei die renditestärksten Titel der jüngeren Vergangenheit.

Fakt ist: In den zurückliegenden Jahrzehnten konnten mit diesem an sich naiven Handelskonzept überdurchschnittliche Gewinne generiert werden.

Hintergrund: Das verbirgt sich hinter dem so bezeichneten Momentum-Faktor

Die Momentum-Strategie basiert auf den Beobachtungen der Finanzmarktforscher Sheridan Titman und Narasimhan Jegadeesh aus den frühen 1990er-Jahren. Besondere Relevanz besitzen dabei diese beiden Erkenntnisse:

  1. Die Aktien, die die höchsten Renditen in der jüngeren Vergangenheit einfahren konnten, zählen tendenziell auch in der nahen Zukunft zu den Aktien, die überdurchschnittliche Gewinne erzielen.
  2. Andersherum stellen die Verlierer der kurzfristigen Vergangenheit in vielen Fällen auch wieder die Verlierer in der nahen Zukunft dar.

Die relative Stärke als wichtige Kennziffer für den Momentum-Faktor

Alternativ wird die Momentum-Strategie auch als Relative Strength (auf Deutsch: relative Stärke) bezeichnet. Diese Bezeichnung spiegelt explizit den Hintergrund des Momentum-Faktors wider. Denn im Rahmen dieser Strategie wählen Anleger aus einem klar definierten Aktienpool die Unternehmensaktien aus, die im Vergleich zu anderen Titeln die höchsten Renditen in der Vergangenheit lieferten. Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die diesen Momentum-Faktor klar belegen.

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Die Grundlage der Momentum-Strategie bildet ein quantitatives Handelskonzept

Wesentliches Prinzip der Momentum-Strategie ist der regelmäßige Austausch der jeweils gehaltenen Aktien. Dies erfolgt in der Regel in vergleichsweise kurzen Abständen. Die Strategie weist dabei zahlreiche verschiedene Varianten bei der Ausführung auf. Meistens entscheiden sich die Anleger für die in den vergangenen maximal zwölf Monaten angefallenen Renditen als Auswahlkriterium.

Auf Grundlage dieser Daten können Sie dann eine Rangliste der in Betracht kommenden Aktien erstellen. Kenner der Momentum-Strategie empfehlen, bis zu maximal 30 Prozent der besten Aktien zu kaufen. Dagegen werden die schlechtesten zehn bis 30 Prozent leer verkauft. Letztere Positionen bezeichnen die Börsianer als Short-Positionen. Bei diesen setzen Sie als Anleger gezielt auf fallende Kurse.

Achten Sie dabei darauf, dass Sie die Gewinner- und Verlierer-Portfolios gleichmäßig gewichten. Die Haltedauer sollte im Höchstfall zwölf Monate betragen. Anschließend richten Sie die Zusammensetzung Ihres Portfolios innerhalb der Momentum-Strategie wieder neu aus. Als Grundlage dienen Ihnen hierbei wieder die aktuellen Rankings.

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In diesen Fällen ist die Momentum-Strategie erfolgreich

Setzen Sie gleichzeitig in einem ausgewogenen Rahmen auf Short-Positionen und auf steigende Aktienkurse (hier: Long-Position), wird dies als marktneutrale Strategie bezeichnet. Aus rein theoretischer Perspektive erzielen Sie mit diesem Mix immer Gewinne, ganz gleich, ob der Aktienmarkt bzw. die Kurse gerade fallen oder steigen. In der Praxis sieht das allerdings anders aus. Damit die Rechnung tatsächlich aufgeht, müssen die jeweiligen Kursaufschwünge stärker ausfallen als die Short-Positionen im identischen Zeitraum fallen. Oder aber die Short-Positionen sinken heftiger als die Long-Positionen. In der Vergangenheit war das aber nicht immer der Fall.

Privatanleger sollten auf den Momentum-Faktor bei ETFs setzen

Als Privatanleger sollten Sie im Rahmen der Momentum-Strategie aber die Finger von Einzelaktien lassen. Das ist vom Aufwand nicht wirklich umsetzbar. Verfolgen Sie insbesondere eine internationale Strategie und konzentrieren Sie sich dabei auf die Titel der größten Industrieländer, müssen Sie in regelmäßigen Abständen ein Depot aus mindestens 150 Aktien umschichten. Als Privatanleger sollten Sie sich daher auf börsengehandelte Indexfonds (ETF) fokussieren und somit weitaus bequemer auf den Momentum-Faktor setzen.

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