Ukraine Konflikt - es droht ein längerer Bärenmarkt

Ukraine Konflikt - es droht ein längerer Bärenmarkt

Beitrag Redaktion
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An den Kapital- und Aktienmärkten nehmen die geopolitischen Risiken vehement zu. Gerade eine weitere Eskalation im Ukraine-Konflikt kann die Börse in Unruhe versetzen. Darauf sollten sich Anleger vorbereiten, da dies mit weitreichenden Verschiebungen von Zukunftserwartungen, Unternehmensbewertungen und Kurswerten einhergehen könnte.

Weitere Eskalation kann zu unkalkulierbaren Kapital- und Aktienmarkteffekten führen

Das Gefährliche dabei: Kommt es aufgrund des Ukraine-Konflikts zu Kapital- und Aktienmarkteffekten, sind diese nahezu unkalkulierbar. Die allgemeine Situation verschlechtert sich dabei aktuell nahezu täglich. Verschärft sich der Konflikt und Russland lässt seine Truppen tatsächlich in die Ukraine einmarschieren, folgen darauf auf jeden Fall Secondary Sanctions. Das hat US-Präsident Joe Biden klar kommuniziert. Die Auswirkungen wird auch die Börse zu spüren bekommen.

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Sollte der Konflikt wirklich noch weiter eskalieren, erhöht sich die Gefahr einer Stagflation und damit einhergehend eines längeren Bärenmarktes im Segment der Risikoanlagen. Hinzu kommt, dass gerade europäische Vermögenstitel deutlich an Wert verlieren und auf unattraktive Positionen rutschen würden. Erschwerend käme hinzu, dass die wirtschaftlichen Verknüpfungen mit der Ukraine und die Investitionstauglichkeit des Landes spürbar untergraben werden. Das verdeutlichen die folgenden Aspekte.

Diese wirtschaftlichen Verknüpfungen mit der Ukraine werden bedroht

1. Rohstoffe

Die Ukraine hat Zugriff auf viele Rohstoffe. Die Bandbreite reicht von Kohle, Eisenerz, Erdgas und Öl über Mangan, auch Grafit und Titan bis hin zu Nickel, Magnesium und Quecksilber. Auch die Landwirtschaft stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. So befinden sich in der Ukraine rund 30 Prozent aller fruchtbaren Schwarzerdeböden der Welt. Das Land zählt dann auch zu den weltweit größten Weizenexporteuren. Im Bereich der Tierzucht nimmt die Ukraine ebenfalls eine führende Rolle ein.

2. Industrie

Charakteristisch für die Industrie in der Ukraine ist die Schwerindustrie. Neben der Stahlindustrie nehmen vorwiegend der Lokomotiv- und Maschinenbau prägende Rollen ein. Hält die Ukraine ihre Westorientierung bei und übernimmt entsprechende EU-Rechtsnormen, wird das Land immer interessanter als Produktionsstandort für westliche Unternehmen. Ein Einmarsch russischer Truppen würde ein solches Unterfangen langfristig verhindern.

3. Außenhandel

Stahl und Eisen sind die Exportschlager. Zudem versorgt die Ukraine andere Länder mit Rohstoffen, chemischen Produkten und Nahrungsmitteln. Gas zählt aktuell zwar zu den wichtigsten Importgütern, das könnte sich in der Zukunft aber ändern. Denn das Land besitzt umfangreiche Schiefergasvorkommen.

4. Wirtschaftsbeziehungen zur EU

Die ukrainischen Exportwaren und -leistungen fließen zu etwa einem Drittel in die EU. Da wäre im Rahmen eines Handels- und Assoziierungsabkommens noch mehr möglich. Bislang klappt das aber nicht, da die ukrainische Regierung noch engere wirtschaftliche Beziehungen auf russischen Druck nicht forciert.

5. Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Die Ukraine und Deutschland pflegen tiefgehende Handelsbeziehungen. Die Ukraine bezieht von Deutschland hauptsächlich Fahrzeuge, Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse und Pharmaprodukte. Demgegenüber stellen Metalle, Textilien und Chemieprodukte die wichtigsten Ausfuhrgüter nach Deutschland dar. Mittlerweile sind laut dem Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft rund 400 Firmen aus Deutschland in der Ukraine vertreten. Zudem belegt Deutschland bei den Direktinvestitionen hinter Zypern den zweiten Rang.

Für die deutsche Wirtschaft ergeben sich zukünftig große Chancen im ukrainischen Anlage- und Maschinenbau. Das trifft auch auf den Fahrzeugbau und -handel zu. So wird die Ukraine mit ihren etwa 45 Millionen Einwohner in der Zukunft immer wichtiger als Absatzmarkt für Fahrzeuge aus Deutschland. Durch den Ukraine-Konflikt werden entsprechende Investitionen jetzt allerdings im Keim erstickt.

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Was das für Sie als Anleger bedeutet

Die Gefahr einer weiteren Eskalation im Ukraine-Konflikt ist allgegenwärtig. Als Anleger sollten Sie sich auf die noch nicht absehbaren Kapital- und Aktienmarkteffekte und einen drohenden Bärenmarkt dadurch absichern, dass Sie hinreichend Kapital vorhalten. Dann haben Sie die nötigen Mittel parat, um im Fall der Fälle flexibel genug reagieren zu können (beispielsweise für Umschichtungen).

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