Börsendaten · Datenarten

Börsendaten-Arten

Tickdaten, Realtime-Daten, Periodendaten und End-of-Day-Daten im Vergleich. Welche Datenart sich für Trading, Analyse, Backtesting oder langfristige Investments eignet – hängt von Ihrem Ziel ab.

Dieser Überblick zeigt, welche Arten von Börsendaten existieren, welche Vor- und Nachteile sie haben und wofür sie sich eignen.

Tick bis End-of-Day Für jeden Handelsstil Realtime · Historie
Grundlagen

Was sind Börsendaten?

Börsendaten umfassen sämtliche Informationen, die an den Finanzmärkten entstehen – die Grundlage aller Marktanalysen und Handelsentscheidungen.

Dazu gehören

  • Kursdaten & Handelsvolumen
  • Bid- und Ask-Kurse
  • Tickdaten
  • Orderbuch-Daten
  • Fundamentaldaten
  • historische Marktdaten
Warum unterschiedlich?

Warum es verschiedene Datenarten gibt

Nicht jeder Marktteilnehmer benötigt dieselben Informationen. Ein langfristiger Investor hat andere Anforderungen als aktive Trader – deshalb werden Börsendaten in unterschiedlichen Auflösungen und Aktualitätsstufen bereitgestellt.

Daytrader Futures-Händler Orderflow-Trader Quantitative Analysten Softwareentwickler
Überblick

Die sechs wichtigsten Datenarten

Jede erfüllt einen eigenen Zweck – hier im Kurzüberblick, danach im Detail.

01

Realtime-Daten

Der Markt nahezu ohne Verzögerung – für aktives Trading.

02

Verzögerte Daten

1–20 Minuten Zeitversatz – günstig, für Beobachtung.

03

Tickdaten

Jede einzelne Kursänderung – höchste Auflösung.

04

Periodendaten

OHLC-Kerzen je Zeitintervall – Basis der Charts.

05

End-of-Day-Daten

Ein Datensatz je Handelstag – für Langfrist-Strategien.

06

Orderbuch-Daten

Offene Aufträge & Markttiefe – Level-2-Daten.

01 · Aktuell

Realtime-Daten

Sobald eine Transaktion stattfindet, wird die Information unmittelbar übertragen. Ideal für Daytrading, Futures, Scalping, Marktüberwachung und Handelssysteme.

  • aktuelle Marktinformationen
  • schnelle Reaktion
  • optimales Timing
  • höhere Kosten
  • größere Datenmengen
02 · Zeitversatz

Verzögerte Daten

Typischerweise 1–20 Minuten Verzögerung. Häufig genutzt für Marktbeobachtung, Ausbildung und langfristige Analysen.

  • günstig oder kostenlos
  • für viele Anleger ausreichend
  • nicht fürs aktive Trading
  • Signale kommen verspätet
03 · Höchste Auflösung

Tickdaten

Tickdaten sind die höchste Datenauflösung: Jede einzelne Kursänderung wird gespeichert – mit Zeitstempel, Kurs, Volumen, Bid und Ask. Ideal für Backtesting, Orderflow-Analysen, quantitative Modelle und Futures-Handel.

Vor- & Nachteile

  • maximale Genauigkeit
  • realistische Backtests
  • detaillierte Marktanalyse
  • sehr große Datenmengen
  • höherer Speicherbedarf
04 · Verdichtet

Was sind Periodendaten?

Periodendaten fassen mehrere Marktbewegungen zu festen Zeiteinheiten zusammen. Statt jede Kursänderung einzeln zu speichern, wird ein Zeitraum verdichtet – die Basis der meisten Charts.

Typische Intervalle

  • 1, 5, 15, 30 Minuten
  • 60 Minuten
  • 4 Stunden

Aus vielen einzelnen Ticks entsteht so z. B. eine einzige 5-Minuten-Kerze.

Je Periode: OHLC

  • Open — Eröffnungskurs
  • High — Höchstkurs
  • Low — Tiefstkurs
  • Close — Schlusskurs
  • ideal für technische Analyse
  • geringerer Speicherbedarf
  • gute Übersichtlichkeit
  • einfacheres Backtesting
  • einzelne Bewegungen gehen verloren
  • weniger präzise als Tickdaten
  • nicht optimal für Orderflow
05 · Tagesbasis

End-of-Day-Daten

End-of-Day-Daten (EOD) speichern je Handelstag genau einen Datensatz aus Open, High, Low, Close und Volume. Ideal für langfristige Investitionen, Trend- und Fundamentalanalyse sowie Portfolio-Management.

  • sehr kleine Datenmengen
  • kostengünstig
  • keine Intraday-Infos
  • nicht fürs Daytrading
06 · Markttiefe

Orderbuch-Daten

Orderbuch-Daten zeigen nicht nur ausgeführte Transaktionen, sondern auch aktuell offene Kauf- und Verkaufsaufträge – mit Liquidität, Angebot, Nachfrage und Markttiefe. Auch als Level-2-Daten bezeichnet.

  • Einblick in die Markttiefe
  • Basis für Orderflow
  • Liquiditätsanalyse
  • hohe Datenmengen
  • höhere Komplexität
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Die Datenarten im Überblick

Datenart Aktualität Detailgrad Geeignet für
Verzögerte Daten 1–20 min alt Mittel Marktbeobachtung
Realtime-Daten Aktuell Hoch Trading
Tickdaten Aktuell Sehr hoch Backtesting, Orderflow
Periodendaten Aktuell / hist. Mittel Technische Analyse
End-of-Day-Daten Tagesende Niedrig Investitionen
Orderbuch-Daten Aktuell Sehr hoch Futures- & Orderflow-Trading
Nach Handelsstil

Welche Daten brauchen Sie?

Daytrader

Daytrader

  • Realtime-Daten
  • Tickdaten
  • Periodendaten
  • Orderbuch-Daten
Swing-Trader

Swing-Trader

  • Realtime-Daten
  • Periodendaten
  • End-of-Day-Daten
Investoren

Investoren

  • End-of-Day-Daten
  • Fundamentaldaten
  • historische Kursdaten
Backtesting

Welche Daten für Backtests?

Die optimale Basis hängt von der Strategie ab: Tickdaten für Scalping, Futures und Intraday; Periodendaten für technische Analyse, Swing-Trading und Trendfolge; End-of-Day für langfristige Systeme.

Automatisierung

Daten für Trading-Systeme

Automatische Systeme benötigen meist Realtime-Daten, Tickdaten, historische Daten und eine API, um Strategien zu berechnen und auszuführen.

Häufige Fehler

Typische Fehler bei der Datenwahl

Die richtige Datenart sollte immer zum Handelsstil passen – hier die häufigsten Fehlgriffe.

  • Daytrading mit End-of-Day-Daten
  • Tickdaten für langfristige Investments
  • verzögerte Daten für Intraday-Handel
  • historische Daten unterschätzen
  • Datenqualität nicht berücksichtigen
Zielabhängig

Welche Datenart ist die beste?

Die eine beste Datenart gibt es nicht – die richtige Wahl hängt von Ihrem Ziel ab.

Ziel Sinnvolle Daten
Daytrading Realtime + Tickdaten
Futures-Trading Realtime + Orderbuch
Swing-Trading Periodendaten
Backtesting Historische Daten
Langfristige Investments End-of-Day-Daten
Automatisierung API + Realtime-Daten
FAQ

Häufige Fragen

Welche Arten von Börsendaten gibt es?

Die wichtigsten Arten sind Realtime-Daten, verzögerte Daten, Tickdaten, Periodendaten, End-of-Day-Daten und Orderbuch-Daten. Sie unterscheiden sich in Aktualität und Detailgrad.

Was sind Periodendaten?

Periodendaten fassen mehrere Kursbewegungen zu festen Zeiteinheiten zusammen (z. B. 1-, 5- oder 15-Minuten-Kerzen). Je Periode werden OHLC-Werte gespeichert: Open, High, Low und Close. Sie sind die Basis der meisten Charts.

Was ist der Unterschied zwischen Tickdaten und Periodendaten?

Tickdaten speichern jede einzelne Kursänderung und bieten maximale Auflösung. Periodendaten verdichten viele Ticks zu einer Kerze je Zeitintervall – übersichtlicher und speichersparender, aber weniger detailliert.

Welche Datenart passt zu welchem Handelsstil?

Daytrader nutzen Realtime- und Tickdaten, Futures-Trader zusätzlich Orderbuch-Daten, Swing-Trader Periodendaten und langfristige Investoren End-of-Day-Daten. Für Backtesting eignen sich historische Daten.

Welche Datenart ist die beste?

Es gibt keine allgemein beste Datenart. Die richtige Wahl hängt vom Ziel ab: Timing-kritische Strategien brauchen Realtime- und Tickdaten, langfristige Ansätze kommen mit End-of-Day-Daten aus.

Fazit

Die passende Datenart für Ihre Strategie

Von einfachen End-of-Day-Daten bis zu hochauflösenden Tick- und Orderbuch-Daten: Wer die Unterschiede versteht, wählt die richtige Datenversorgung und trifft bessere Entscheidungen.

Langfristige Anleger kommen oft mit Tagesdaten aus, während aktive Trader und Quants deutlich detailliertere Informationen benötigen.

Risikohinweis: Futures, Aktien und Devisenhandel beinhalten ein erhebliches Risiko und sind nicht für jeden Anleger geeignet. Ein Investor könnte ganz oder mehr als das investierte Kapital verlieren. Risikokapital ist Geld, das verloren gehen kann, ohne die finanzielle Sicherheit oder den Lebensstil zu gefährden. Nur Risikokapital sollte für den Handel verwendet werden und nur diejenigen mit ausreichendem Risikokapital sollten den Handel in Betracht ziehen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist nicht notwendigerweise ein Indikator für zukünftige Ergebnisse.